15. August 2014 von & gespeichert unter Projektmanagement.

In diesem Blogpost geht es um den (fast) einzigen verbliebenen Bereich des Internets, wo das böse F-Wort noch verwendet werden darf … Flash.

Während das ganze Web das HTML5-Schild vor sich herträgt, sind es die blinkenden Online-Werbemittel, die – einem gallischen Dorf gleich – weiterhin das Flash-Banner hochhalten. Und das auch noch auf absehbare Zeit.

Schuld daran sind fehlende Standards sowie Perfomance- und Kostengründe. Es gibt zwar spannende Ansätze, wie Google Web Designer und Adobe Edge Animate, die angetreten sind, um Animationen, wie sie in Bannern benötigt werden, auf einfache Weise in HTML5 zu erstellen. Es wird aber noch einige Zeit dauern, bis diese tatsächlich ausgereift sind.

Alles andere als trivial.

Online-Werbebanner, die meisten Menschen lieben sie … nicht! Sie blinken, sie sind omnipräsent und wirken profan. Aus der Sicht einer Projektmanagerin sind sie aber gar nicht so trivial.

Eines meiner ersten Projekte bei PLUSPOL interactive war die Produktion einer Banner-Kampagne für eine große Baumarktkette. Monatlich gab es thematisch sogenannte „Flights“, bestehend aus mehreren Formaten (z.B. 300x250px) auf diversen Platzierungen (z.B. Heimwerker-Forum) und mit den unterschiedlichsten Spezifikationen, die es bei der Produktion zu beachten galt. So kamen bei einem einzigen Flight schnell mal an die 30-50 Banner zusammen.

Schnell merkte ich, dass dieses vermeintlich simple Werbemittel im Projektmanagement alles andere als einfach sein kann. In der Produktions- und Abstimmungskette solcher Kampagnen ist PLUSPOL interactive bei weitem nicht das alleinige Glied. Bevor ein Banner tatsächlich programmiert wird, müssen noch viele Schritte durchlaufen werden, die allesamt auf einzelne Agenturen oder Dienstleister ausgelagert sein können. Dieser Umstand gepaart mit der Masse an verschiedenen Werbemitteln, die in kürzester Zeit angefertigt werden müssen, machen die Sache so komplex.

In der Produktionskette sind wir häufig mit der reinen technischen Umsetzung betraut. Diese ist wenig beliebt unter Entwicklern, da es doch stark an Fließbandarbeit erinnert und das Produkt auf Dauer wenig befriedigend ist. Für den Projektmanager dagegen sind diese Projekte umso fordernder: Auf Umfang und Timing hat man so gut wie keinen Einfluss mehr. Informationen und Produktionsmaterialien sind reichlich, bauen auf einander auf und erreichen einen häufig nur Stück für Stück. Um dem aufgestellten Timing gerecht zu werden, arbeiten verschiedene Teams meist parallel.

Wie ich lernte den Banner zu lieben.

Nachdem ich mein erstes (und im Rückblick auch eines der nervenaufreibendsten) Banner-Projekte überlebt hatte, musste ich diese Erfahrung irgendwie verarbeiten. Deshalb habe ich mich in meiner Diplomarbeit mit dem gesamten Produktionsprozess auseinandergesetzt. Wie funktioniert eine Banner-Kampagne überhaupt? Worauf haben wir als technischer Dienstleister Einfluss, worauf nicht? Und wie lassen sich die Projekte trotz ungünstiger Voraussetzungen schließlich effektiv und effizient abwickeln?

Manche stören sich an den blinkenden Bannern im Netz, andere nutzen sie zum Beispiel zur Schnäppchenjagd. Ich jedenfalls habe meinen Frieden mit ihnen geschlossen, weil ich Vorzüge und Interessantes bei der Abwicklung von Banner-Projekten entdeckt habe. Nicht zuletzt hat es mir den Titel der Banner-Queen bei PLUSPOL interactive eingebracht, den ich durchaus mit Stolz trage.




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