8. Mai 2015 von & gespeichert unter Sachen mit Herz.

Bei unserem großen Vereinsvoting im letzten Jahr haben sie den Preis der Herzen erhalten: Die Sonntagsclowns. Letzte Woche durften wir Gründer Gerald Ruppert und die beiden Nachwuchs-Clowns Laura Jansen und Britta Tränkler in unserer Agentur zur feierlichen Scheckübergabe begrüßen. Im Interview erzählen Euch die Drei, wie man Kinder am besten bespaßt.

Herr Ruppert, wie sieht so ein typischer Tag in der Klinik aus?

Gerald Ruppert: Wir sind circa acht Clowns, meist sind ein bis zwei Clowns zusammen unterwegs. Wir gehen dann von Zimmer zu Zimmer. In jedem Raum sind wir fünf bis sechs Minuten, in der Uniklinik in Leipzig sind das dann insgesamt zwei Stunden. Wir machen alles, was den Kindern gefällt, z. B. Luftballonmodellieren, Kinderschminken oder Jonglieren. Meist reicht es sogar aus, wenn nur ein Ball benutzt wird.

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Was kommt bei den Kindern am besten an?

Gerald Ruppert: Kleinkinder sind eher vorsichtig, hier muss man etwas ruhiger und leiser rangehen und erst einmal schauen, wie sie auf das Programm reagieren. Wird es ihnen zu laut oder bekommen sie Angst, dann fangen sie an zu weinen – und das ist ja nicht Sinn der Sache. Wir wollen ja Spaß machen. Circa zwei bis drei Kinder von 100 haben Angst – vor Clowns oder auch vor Luftballons. Das gibt es immer wieder einmal. Dann gehen wir einfach weiter zum nächsten Kind, wir möchten ja niemanden erschrecken. Bei größeren Kindern, so um die fünf bis acht Jahre, ist man etwas freier, hier darf es auch mal lauter zugehen. Oft sind es nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern, die Trost brauchen.

Sie arbeiten alle ehrenamtlich und haben alle ursprünglich einen ganz anderen Beruf erlernt. Wie wird man denn eigentlich Klinikclown?

Gerald Ruppert: Wir nehmen an keiner speziellen Ausbildung teil, das wäre auch viel zu teuer. Bei uns lernt man durch Erfahrung. Clowns, die bereits länger dabei sind, leiten den Nachwuchs an. Dabei muss jeder selbst sehen, was ihm liegt. Manche bleiben beim Schminken oder bei anderen eher handwerklichen Sachen, andere machen gerne mehr Quatsch. Oder wir machen Musik: Ich z. B. spiele gerne Mundharmonika, Laura spielt Gitarre.

Laura und Britta – wie seid ihr beiden dazu gekommen, euch den Klinikclowns anzuschließen?

Britta Tränkler: Wir wollten uns engagieren und haben im Leipziger Studentenwerk nach interessanten Ausschreibungen geschaut und sind so auf die Klinikclowns gestoßen.

Laura Jansen: Ich wollte das einfach immer schon mal machen. Eine Bekannte hat mir von Klinikclowns erzählt – genauer gesagt von einem „Dr. med. Wurst“. Ich fand den Namen damals schon lustig und habe ihn dann als meinen eigenen Clownsnamen übernommen.

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In welchen Kliniken können sich die Kinder auf Ihren Besuch freuen?

Gerald Ruppert: Wir besuchen acht Kliniken in der Region, z. B. die Uniklinik in Leipzig und Kliniken in Wurzen, Bitterfeld oder Annaberg-Buchholz.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, die Sonntagsclowns zu gründen?

Gerald Ruppert: Ich habe bereits vor 40 Jahren mit der Kinderunterhaltung, dem „Mäusezirkus“ angefangen. Vor 15 Jahren habe ich dann zusammen mit Erika Rüde die Idee für die Sonntagsclowns gehabt. Wir haben uns zusammengeschlossen und einen Verein gegründet, der damals noch noch „Lachen hilft heilen“ hieß.

Wie finanzieren Sie Ihre Aktionen?

Gerald Ruppert: Wir finanzieren uns ausschließlich durch Spenden oder durch Auftritte bei Benefizveranstaltungen. Mit den Einnahmen finanzieren wir Fahrtkosten, Requisiten oder auch die kleine Aufwandsentschädigung für unsere Clowns.

Wenn Sie sich zurückerinnern – Was war in all diesen Jahren Ihr schönstes Erlebnis in der Klinik?

Gerald Ruppert: Vor zwölf Jahren besuchten wir im Krankenhaus ein schwer Krebs krankes Kind. Zehn Jahre später habe ich eine Einladung zu einem Geburtstag erhalten: Das Kind war mittlerweile 15 Jahre alt und wieder geheilt – und hat sich noch an die Clowns erinnert, die damals im Krankenhaus zu Besuch waren.

Vielen Dank für das Gespräch und Ihren Besuch!

 

Wer nun selbst bei den Sonntagsclowns mitmachen, spenden oder den Verein für eine Auftritt engagieren möchte, schaut am besten auf der Website oder auch auf der Facebook-Fanpage vorbei.

 




2 Kommentare für “Die Sonntagsclowns zu Besuch bei PLUSPOL – Feierliche Scheckübergabe zum „Großen Vereinsvoting 2“”

  1. mausruppert@web.de'

    Gerald Ruppert

    Hallo, toller Bericht über unsere Truppe
    vielen Dank nochmals für die Spende, können wir gut gebrauchen, da wir in den Kliniken nie mit leeren Händen kommen es grüßt Gerald Ruppert und das ganze Team

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  2. Clownflory@aol.de'

    Frank Restel

    Hallo Gerald,toll was Ihr macht,macht weiter so!!! Ich wäre gern dabei,aber leider ist die Entfernung zu weit. Alles Gute für Eure tolle, ehrenamtliche Arbeit… Gruß Frank

    Antworten

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