2. April 2015 von & gespeichert unter Konzeption.

Es ist doch immer dasselbe mit kreativen Ideen – wenn man sie braucht, hat man sie nicht. Nicht jedem fällt es leicht, sich auf Knopfdruck etwas nie Dagewesenes einfallen zu lassen. Es gibt jedoch Tricks und Techniken, die Abhilfe schaffen: Design Thinking heißt die Methode, die euren Alltag leichter macht. Wir stellen sie vor.

Entwickelt von IDEO-Gründer David Kelley ist Design Thinking mittlerweile zu einem weltweit angewandten Konzept der kreativen Ideenfindung avanciert. Wie? Für Kelley war schon immer klar, dass kreative Ideen nicht einfach so vom Himmel fallen. Kreativität braucht Methode: „What we, as design thinkers, have, is this creative confidence that, when given a difficult problem, we have a methodology that enables us to come up with a solution that nobody has before,“ erklärt Kelley im Interview mit Fast Company.

Der kreative Prozess der Ideenfindung wird dabei durch eine analytische Komponente unterstützt: Die Idee muss nicht nur neu und interessant sein, sondern natürlich auch umsetzbar. Neben Anforderungen des Kunden und den Bedürfnissen der Nutzer gehen dabei auch die Erfahrungen interdisziplinär zusammengesetzter Teams in den Schaffungsprozess mit ein. So eröffnen sich ganz unterschiedliche, neue Blickwinkel, die die Lösungsfindung positiv beeinflussen.

Die drei “P”

Die wesentlichen Komponenten der Methode sind die drei „P“: People, Place und Process.

People

Ein interdisziplinäres Team integriert alle wichtigen Abteilungen in die Ideenfindung. Die Teammitglieder spielen sich so gegenseitig neue Einfälle und Ideen zu und arbeiten sie gemeinsam aus. Designer, Programmierer, Konzepter und Projektmanager können dabei nicht nur ihre eigenen Erfahrungen und Sichtweisen einbringen, sondern auch gleich die Machbarkeit der Umsetzung im Auge behalten.

Place

Eine kreative Idee benötigt eine flexible Umgebung. Ob im Konferenzraum, im Büro eines Mitarbeiters, auf der Wiese vor dem Büro oder auf der Dachterrasse – gute Ideen entstehen dort, wo sich die Mitarbeiter wohl fühlen. Egal, wo gearbeitet wird, dem Team sollte die Möglichkeit gegeben werden, Ideen schnell zu veranschaulichen: am PC, auf einem Whiteboard, Flipchart, einer Tafel oder mit Stiften und Klebezetteln.

Process

Die analytische Seite bildet der sechsstufige, iterative Prozess. Dabei wird nicht einfach nur im Gedächtnis nach einer Idee gekramt und auf eine göttliche Eingebung gehofft. Sechs Stufen machen den Prozess schneller und effektiver: Anfangs geht es darum, das Problem und die dahinter stehende Aufgabe zu verstehen und zu erfassen. Anschließend wird recherchiert und beobachtet, um nachvollziehen zu können, was die Zielgruppe möchte. Im dritten Schritt werden die Beobachtungen auf die Bedürfnisse eines einzelnen Nutzers übertragen. Erst dann folgt die eigentliche Ideenfindung und das Brainstorming, in welchem die ersten Konzepte entwickelt werden. Die besten Ideen werden umgesetzt und direkt an der Zielgruppe getestet. Das entstandene Konzept wird dann so lange verfeinert und angepasst, bis es alle Anforderungen erfüllt.

Vorreiter in Sachen Ideenfindung sind die School of Design Thinking am Hasso Plattner Institut in Potsdam und das Hasso Plattner Intsitute of Design der Universität Stanford. Einen Einblick in die kreativen Projekte der angehenden Design Thinker gibt es hier. Und auch bei den Global Player der Wirtschaft ist Design Thinking längst Standard – wie Großkonzerne wie Volkswagen oder Siemens zeigen.

Bildmaterial: Entworfen durch Freepik




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